{"id":1089,"date":"2017-11-01T18:18:34","date_gmt":"2017-11-01T18:18:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/?p=1089"},"modified":"2017-11-01T18:52:02","modified_gmt":"2017-11-01T18:52:02","slug":"zivilgesellschaftliche-organisationen-fordern-handelspolitisches-umsteuern-von-neuer-bundesregierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/?p=1089","title":{"rendered":"Zivilgesellschaftliche Organisationen fordern handelspolitisches Umsteuern von neuer Bundesregierung"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" wp-image-1099 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/netzwerk20171101.png\" alt=\"netzwerk20171101\" width=\"450\" height=\"291\" srcset=\"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/netzwerk20171101.png 807w, https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/netzwerk20171101-300x194.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 450px) 100vw, 450px\" \/><br \/>\n(Berlin, 1.11.2017): Einen Tag vor den Sondierungsgespr\u00e4chen zum Thema Handel stellen der <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND)<\/em><\/span>, der <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Bund \u00d6kologische Lebensmittelwirtschaft (B\u00d6LW)<\/em><\/span>, der <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Deutsche Kulturrat<\/em><\/span>, <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Transparency International Deutschland<\/em><\/span> und der <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv)<\/em> <\/span>gemeinsam das Positionspapier &#8222;Alternative Handelspolitik&#8220; (<a href=\"https:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/user_upload_bund\/publikationen\/ttip_und_ceta\/Fairer_Welthandel.pdf\" target=\"_blank\">pdf<\/a>) zur Debatte um eine k\u00fcnftige Handelspolitik vor, das auch von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft <span style=\"color: #3366ff;\"><em>ver.di<\/em><\/span>, dem <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Deutschen Naturschutzring (DNR)<\/em> <\/span>und der <span style=\"color: #3366ff;\"><em>Akademie der K\u00fcnste (AdK)<\/em> <\/span>mitgetragen wird.<\/p>\n<blockquote hcb-fetch-image-from=\"https:\/\/twitter.com\/bund_net\/status\/925683364409077760\" class=\"twitter-tweet\" data-width=\"550\" data-dnt=\"true\">\n<p lang=\"de\" dir=\"ltr\">Richtungswechsel in internat. Handelspolitik dr\u00e4ngt. Unser Konzept f\u00fcr fairen Welthandel zeigt wie&#39;s gehen k\u00f6nnte <a href=\"https:\/\/t.co\/epetfiSv9d\">https:\/\/t.co\/epetfiSv9d<\/a> <a href=\"https:\/\/t.co\/MW1YM3K3sa\">pic.twitter.com\/MW1YM3K3sa<\/a><\/p>\n<p>&mdash; BUND (@bund_net) <a href=\"https:\/\/twitter.com\/bund_net\/status\/925683364409077760?ref_src=twsrc%5Etfw\">November 1, 2017<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><script async src=\"https:\/\/platform.twitter.com\/widgets.js\" charset=\"utf-8\"><\/script><\/p>\n<p><em>&#8222;Wir fordern von der neuen Bundesregierung ein Umsteuern in der internationalen Handelspolitik. Handel und Handelsliberalisierungen sind kein Wert an sich, sie m\u00fcssen den Menschen und ihren Lebensbedingungen dienen&#8220;<\/em>, fasst Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND, die \u00fcbereinstimmende Meinung zusammen. Ein Richtungswechsel in der internationalen Handelspolitik dr\u00e4ngt. Handelspolitik muss zur Entwicklung einer nachhaltigen Weltordnung beitragen und sich insbesondere den UN-Nachhaltigkeitszielen und dem Pariser Klimaschutzabkommen unterordnen. <em>&#8222;Die neuen Koalition\u00e4re m\u00fcssen die Ausrichtung unseres Wirtschafts- und Handelssystems \u00fcberdenken, auch im Hinblick auf die wachsende soziale Ungleichheit und den abnehmenden Zusammenhalt der Gesellschaft. Es w\u00fcrde einer neuen Regierung gut anstehen, diesen Diskurs mit der \u00d6ffentlichkeit zu f\u00fchren&#8220;<\/em>, so Weiger weiter.<\/p>\n<p>Zentrale Forderungen sind die Achtung von Menschenrechten sowie der Schutz von Verbraucher- und Arbeitnehmerrechten und der Umwelt. <em>&#8222;Um sicherzustellen, dass die in der EU geltenden Werte und Standards nicht gesenkt oder umgangen werden, muss in allen Handelsabkommen ein Katalog zentraler Umwelt-, Verbraucher- und Arbeitnehmernormen verbindlich verankert sein&#8220;<\/em>, fordert Klaus M\u00fcller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands. <em>&#8222;Eine Handelsliberalisierung muss \u00f6kologische und soziale Ziele bef\u00f6rdern, anstatt sie zu gef\u00e4hrden.&#8220;<\/em> Errungenschaften wie das Vorsorgeprinzip oder Regeln zur Produktkennzeichnung sowie zum Datenschutz m\u00fcssen Bestand haben und d\u00fcrfen nicht mit Handelsabkommen durch die Hintert\u00fcr ausgehebelt werden.<\/p>\n<p>Im Positionspapier f\u00fcr eine alternative Handelspolitik wird au\u00dferdem ein konsequenter Schutz der \u00f6ffentlichen und gemeinn\u00fctzigen Daseinsvorsorge gefordert. Dies betrifft auch den gemeinn\u00fctzigen Kultur- und Medienbereich, der keiner Handelsliberalisierung und Privatisierung unterliegen darf. <em>&#8222;Hinsichtlich der Kultur- und Kreativwirtschaft muss im Blick sein, dass Kulturg\u00fcter und -dienstleistungen einen ideellen und einen \u00f6konomischen Wert haben. Diesem Doppelcharakter von Kultur muss bei internationalen Handelsabkommen Rechnung getragen werden. Dies schlie\u00dft die Medien ein und gilt insbesondere in der digitalen Welt. Handelsabkommen m\u00fcssen daher die Einhaltung der UNESCO-Konvention \u00fcber den Schutz und die F\u00f6rderung kultureller Vielfalt sicherstellen&#8220;<\/em>, erkl\u00e4rte Olaf Zimmermann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen Kulturrates.<\/p>\n<p><em>&#8222;Mehr Transparenz, parlamentarische Kontrolle und Regeln zur effektiven Korruptionsbek\u00e4mpfung sind f\u00fcr gerechte und faire Handelsbeziehungen ebenfalls unabdingbar&#8220;<\/em>, sagt Edda M\u00fcller, Vorsitzende von Transparency International Deutschland. Die Zust\u00e4ndigkeit f\u00fcr die Erteilung von Verhandlungsmandaten muss gemeinsam beim Rat der EU und dem Europ\u00e4ischen Parlament liegen. S\u00e4mtliche handelspolitische Mandate, Textvorschl\u00e4ge, Zwischenberichte und konsolidierte Texte m\u00fcssen \u00f6ffentlich verf\u00fcgbar sein und zivilgesellschaftliche Vertreter sind in allen Stufen der Entwicklung und Verhandlung gleichberechtigt mit den Wirtschaftslobbyisten zu beteiligen. <em>&#8222;In Vertr\u00e4gen festgelegte Gremien zur Harmonisierung von Regelwerken d\u00fcrfen nicht allein mit Wirtschaftsvertretern, sondern m\u00fcssen auch mit Vertretern f\u00fcr soziale und \u00f6kologische Belange besetzt werden. Auch sollten Handelsabkommen im Interesse der Menschen regelm\u00e4\u00dfig evaluiert werden, insbesondere im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf Gemeinwohlinteressen&#8220;<\/em>, so Edda M\u00fcller.<\/p>\n<p>Auch eine zukunftsf\u00e4hige Landwirtschaft muss aus Sicht der Autoren im Rahmen zuk\u00fcnftiger Handelsabkommen einen wichtigen Stellenwert bekommen. Dazu Elke R\u00f6der, Vorstandsmitglied B\u00d6LW: <em>&#8222;Landwirtschaft braucht stabile \u00d6kosysteme. Gleichzeitig beansprucht sie diese Systeme aber deutlich st\u00e4rker als andere Wirtschaftszweige. Um auch in Zukunft noch wirtschaften zu k\u00f6nnen, muss Handelspolitik daher zwingend eine \u00f6kologische und sozial nachhaltige Landwirtschaft st\u00e4rken, anstatt Agrarfabriken zu beg\u00fcnstigen, die ihre Produktion zu Lasten von Klima, Boden und Wasser betreiben.&#8220;<\/em> Durch den derzeitigen Fokus auf den freien Austausch von Waren werden solche Unternehmen noch gef\u00f6rdert, statt Bauern zu st\u00e4rken, die Gemeing\u00fcter nachhaltig nutzen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-1091\" src=\"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2016_demo.png\" alt=\"2016_demo\" width=\"739\" height=\"337\" srcset=\"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2016_demo.png 739w, https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/2016_demo-300x137.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 739px) 100vw, 739px\" \/><\/p>\n<p>Weiterhin fordern die Autoren des Papiers eine Neujustierung der Balance zwischen dem Schutz von Investitionen und den Pflichten von Investoren <em>&#8222;Schutz von Investitionen ja, aber nur mit verbindlichen Pflichten f\u00fcr Investoren&#8220;<\/em>, so Hubert Weiger. <em>&#8222;Statt intransparenter Sondergerichtsbarkeit sollte es einen diskriminierungsfreien Zugang zu inl\u00e4ndischen Gerichten geben.&#8220;<\/em> Au\u00dferdem d\u00fcrfen Regulierungen, die zur Erreichung der UN-Nachhaltigkeitsziele und Pariser Klimaziele erforderlich sind, nicht zu Schadenersatzklagen f\u00fchren, da sie erwartbar sind und daher von den Investoren einkalkuliert werden k\u00f6nnen. <em>&#8222;Internationale Handelsabkommen d\u00fcrfen nicht au\u00dferhalb der nationalen Gerichtsbarkeit und \u00fcber nationalem Recht stehen. Gerade in Zeiten zunehmender Verunsicherung der Menschen ist nachhaltige Handelspolitik das Gebot der Zeit&#8220;<\/em>, endet Olaf Zimmermann mit Blick auf die aktuelle Regierungsbildung.<\/p>\n<h2>Mehr Informationen<\/h2>\n<ul class=\"rte-unordered-list\">\n<ul class=\"rte-unordered-list\">\n<li><a href=\"https:\/\/www.bund.net\/fileadmin\/user_upload_bund\/publikationen\/ttip_und_ceta\/Fairer_Welthandel.pdf\" target=\"_blank\">Positionspapier &#8222;Alternative Handelspolitik&#8220; (PDF)<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.bund.net\/ttip-ceta\/\">zu TTIP und CETA<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<\/ul>\n<h2>Pressekontakte<\/h2>\n<p><strong>Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)<\/strong><br \/>\nSigrid Wolff, BUND-Pressesprecherin<br \/>\nTel.: 030-27586-425<br \/>\n<a href=\"mailto:presse@bund.net\">presse@bund.net<\/a><\/p>\n<p><strong>Bund \u00d6kologische Lebensmittelwirtschaft e.V. (B\u00d6LW) <\/strong><br \/>\nJoyce Moewius, Presse- &amp; \u00d6ffentlichkeitsarbeit<br \/>\nTel.: 030.28482307<br \/>\n<a href=\"mailto:presse@boelw.de\">presse@boelw.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Deutscher Kulturrat e.V.<\/strong><br \/>\nGabriele Schulz, Stv. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin<br \/>\nTel.: 030-226 05 28 18<br \/>\n<a href=\"mailto:g.schulz@kulturrat.de\">g.schulz@kulturrat.de<\/a><\/p>\n<p><strong>Transparency International Deutschland e.V.<\/strong><br \/>\nSylvia Schwab, Pressesprecherin<br \/>\nTel.: 030-54 09 09 10<br \/>\n<a href=\"mailto:presse@transparency.de\">presse@transparency.de<\/a><br \/>\n<strong>\u00a0<\/strong><br \/>\n<strong>Verbraucherzentrale Bundesverband e.V. (vzbv)<\/strong><br \/>\nFranka K\u00fchn, Leiterin Team Presse und Pressesprecherin<br \/>\nTel. 030-258 00-525<br \/>\n<a href=\"mailto:presse@vzbv.de\">presse@vzbv.de<\/a><\/p>\n<p>Zum <a href=\"https:\/\/www.bund.net\/service\/presse\/pressemitteilungen\/detail\/news\/zivilgesellschaftliche-organisationen-fordern-handelspolitisches-umsteuern-von-neuer-bundesregierung\/\" target=\"_blank\">Beitrag<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Berlin, 1.11.2017): Einen Tag vor den Sondierungsgespr\u00e4chen zum Thema Handel stellen der Bund f\u00fcr Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), der Bund \u00d6kologische Lebensmittelwirtschaft (B\u00d6LW), der Deutsche Kulturrat, Transparency International Deutschland und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) gemeinsam das Positionspapier &#8222;Alternative Handelspolitik&#8220; &hellip; <a href=\"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/?p=1089\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1089","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1089"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1103,"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1089\/revisions\/1103"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1089"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1089"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.stoppt-ttip-berlin.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1089"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}